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Bürgerversammlung





Bürgerversammlung am 18. März 2015

von 19:30 bis 21:45 Uhr in der Sprothalle in Eching

Die Informationsversammlung fand am Mittwoch, 18. März 2015, von 19:30 bis 21:45 Uhr in der Sporthalle Eching statt. Dr. Christian Hocke, Sachgebietsleiter Brücken und Ingenieursbauten, erläuterte im Auftrag der Autobahndirektion Südbayern den aktuellen Planungsstand und informierte über Rahmenbedingungen und Kosten. Weitere Vertreter der Autobahndirektion waren nicht anwesend.
Das Planfeststellungsverfahren ist bereits abgeschlossen. Eine kurze Übersicht über das Projekt wurde auf der Homepage der Autobahndirektion Südbayern veröffentlicht:
http://www.abdsb.bayern.de/imperia/md/content/stbv/abdsb/projekte/bau/2015-01-15_tunnel_eching_etterschlag.pdf
Die vollständige Präsentation, die auf der Versammlung gezeigt wurde, ist ebenfalls auf der Homepage der Autobahndirektion Südbayern zu finden:
http://www.abdsb.bayern.de/imperia/md/content/stbv/abdsb/projekte/2015-01-15_pressegespraech.pdf
Der detaillierte Terminplan wird in der Rubrik Terminplan gezeigt. Er basiert auf dem Plan in der Präsentation (Seite 17).

Inhalt
Grundlagen


Dr. Hocke erklärt zunächst, wieso eine Nachrüstung erforderlich ist. Er geht auf die europäischen Richtlinien ein, welche insbesondere aufgrund schwerer Unfälle in Tunneln (z.B. Mont-Blanc-Tunnel, Gotthard-Tunnel, ) in den vergangenen Jahren erstellt wurden. Danach müssen Tunnel ab einer Länge von 600 m hohe Sicherheitsstandards erfüllen. Bestehende Tunnel müssen entsprechend nachgerüstet werden.
In Deutschland wurden 2006 die Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT) aus den europäischen Richtlinien abgeleitet. Die RABT gelten für Tunnel ab einer Länge von 400 m. Da der Tunnel Eching etwas länger als 400 m und Teil des TERN (Trans-European-Road-Network) ist (siehe Wikipedia, Englisch) fällt er ebenfalls in das Nachrüstungsprogramm. Außerdem sind Sanierungsarbeiten am Tunnel Eching nötig, die in diesem Zusammenhang mit erledigt werden sollen. So müssen zum Beispiel Lampen getauscht werden, für die es teilweise keine Ersatzteile mehr gibt.

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Nachrüstprogramm


Das Programm zur Nachrüstung des Tunnels Eching umfasst im Wesentlichen folgende Punkte:
  • Fluchtwege
  • Ausstattung (insb. Notrufsäulen, Hydranten, Beleuchtung, BOS-Funk, Lautsprecher)
  • Löschwasserversorgung (Wasserbevorratung, Druckerhöhungsanlage)
  • Entwässerung, Betonsanierung
  • Verkehrstechnik, Schilderbrücken, Fahrzeugrückhaltesysteme (Leitplanken)
Zudem ist die Verkehrsführung während der Baumaßnahmen Bestandteil des Programms.

Fluchtwege
Bisher gibt es nur eine Tür in der Mitte des Tunnels, die zur jeweils anderen Tunnelröhre führt. Da die beiden Fahrbahnen einen Höhenversatz von ca. 40 cm haben, ist dieser Fluchtweg nicht für Menschen mit Behinderung geeignet. Außerdem besteht die Gefahr des Stolperns. Deshalb wurden bereits 2014 zwei Treppenhäuser (südlich und nördlich des Tunnels auf Höhe des Betriebsgebäudes) gebaut, über die man vom Tunnel aus an die Oberfläche gelangen kann. Da der Bordstein an diesen Stellen auf 3 cm abgesenkt wurde, ist es auch für Rollstuhlfahrer möglich, die Treppenhäuser zu erreichen. In den Treppenhäusern besteht Überdruck, sodass im Falle eines Brandes kein Rauch aus dem Tunnel in das Treppenhaus ziehen kann. Zum aktuellen Zeitpunkt sind die Treppenhäuser noch durch die Tunnelwand vom Tunnel getrennt. Um die Verbindung zu erstellen, muss der Tunnel für den Verkehr gesperrt werden. Deshalb wird dies erst im Zusammenhang mit den Arbeiten im Tunnel geschehen.Desweiteren werden Notrufschienen eingerichtet, welche in der Tunnelwand versenkt sind.Die Fluchttüren werden mit grüner LED Beleuchtung gekennzeichnet (vgl. Tunnel Aubing und Tunnel Allach).

Ausstattung und Techink
Die Notrufnischen werden mit Feuerlöschern, Ruftasten (auch vom Rollstuhl aus erreichbar), Notruftelefonen und Handfeuermeldern sowie Hydranten für die Feuerwehr und zusätzlicher Technik ausgestattet.

Weitere Sicherheit sollen Grenzflächenhörner (spezielle Lautsprecher) bringen, die gut verständliche Durchsagen im Tunnel ermöglichen.

Auch die Einrichtungen für die Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst werden auf dem Stand der Technik gebracht. Dazu gehört der BOS-Funk (Digitalfunk), der bislang im Tunnel nicht verfügbar ist. Außerdem wird eine dauernd befüllte Löschwasserleitung installiert, über die der Feuerwehr an jedem Hydrant im Tunnel sofort Löschwasser zur Verfügung steht. Bislang sind die Löschwasserleitungen nicht mit Wasser befüllt und es können bis zu 20 Minuten vergehen, bis eingespeistes Löschwasser am letzten Hydrant ankommt.

Der Tunnel wird zudem mit Videokameras ausgestattet, über die es per Software möglich ist, Personen außerhalb von Autos oder auch Brände automatisch zu erkennen.

Außerdem wird ein Rückhaltebecken mit ca. 100 m³ für Schadflüssigkeit (ca. 72 m³ Löschwasser der Feuerwehr bei einer Stunde Löschdauer und zusätzlich ca. 30 m³ für Flüssigkeiten aus einem verunfallten Tanklastfahrzeug) eingerichtet. Das Becken kann bei Bedarf abgepumpt und der Inhalt speziell entsorgt werden. Im Normalbetrieb soll das Straßenabwasser ins kommunale Abwassersystem geleitet werden. Da die Schächte und Leitungen in den Tunnelfahrbahnen zu klein und teilweise verlegt sind, können Flüssigkeiten nicht ausreichend schnell abgeführt werden. Deshalb ist eine Sanierung und Erweiterung des Abwassersystems nötig.

Außerhalb des Tunnels werden insgesamt 20 neue Schilderbrücken zwischen den Ausfahrten Wörthsee und Greifensberg aufgebaut:






Über diese Schilderbrücken ist es möglich, vor Gefahren zu warnen und den Verkehr zu beeinflussen.






Neben den Schilderbrücken werden auch teilweise neue Fahrzeugrückhaltesysteme (FRS) (Leitplanken) aus Beton bzw. Stahl installiert. Dies ist nötig, da mittlerweile nur noch erfolgreich geprüfte Systeme verbaut werden dürfen und Änderungen an bestehenden Systemen nicht mehr erlaubt sind, sofern nicht geprüfte Systeme verbaut sind. Die neuen Rückhaltesysteme sollen insbesondere Busse und LKW daran hindern, den Mittelstreifen zu überwinden und dadurch schwere Unfälle zu verursachen.

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Geplanter Bauablauf


2014 wurden bereits die Flucht Treppenhäuser, Notrufnischen und die Löschwasserbevorratung erstellt. 2015 wurden Bäume entlang der Autobahntrasse gerodet. Zunächst sollte nur die Bäume gerodet werden, die im Bereich der Überführung des Verkehrs von der Staatsstraße St. 2070 auf die Autobahn standen. Da die Verkehrsrückhaltesysteme aber im gesamten Bereich von Eching bis zur Amperbrücke erneuert werden müssen und dabei das Wurzelwerk der restlichen Bäume ebenfalls beschädigt werden könnte, mussten diese Bäume ebenfalls gerodet werden. Dies sei nötig, so Dr. Hocke, da ein sicherer Stand der Bäume bei beschädigten Wurzelwerk nicht gewährleistet werden kann und das Risiko bestünde, dass einer der Bäume auf die Staatsstraße oder die Autobahn fallen könnte.

Geplante (und teilweise bereits erledigte) Arbeiten 2015:
  • Februar bis Juni 2015: Rodungsarbeiten
  • März bis Juli 2015: Spartenarbeiten
  • Mai bis Oktober 2015: Löschwasserversorgung auf dem Tunnel
  • Februar bis Dezember 2015: Verkehrstechnik und Fahrzeugrückhaltesysteme
  • September 2015 bis März 2016: Herstellung Behelfsverkehrsführung
  • November 2015 bis August 2016: Betriebstechnik auf dem Tunnel
  • Juni bis Oktober 2016: Löschwasserversorgung und Entwässerung im Tunnel
  • April bis Oktober 2016: Betriebstechnik im Tunnel
  • April bis Oktober 2016: Behelfsverkehrsführung
  • April bis November 2016: Verkehrstechnik und Fahrzeugrückhaltesysteme im Tunnel (April bis Juli: Südröhre, August bis November: Nordröhre)
  • Dezember 2016 bis Juni 2017: Rückbau der Behelfsverkehrsführung
  • März bis Juli 2017: Fotovoltaik
Während der Bauphasen im Tunnel (April bis Oktober 2016) werden die Fahrbahnen vor und nach dem Tunnel zwischen den Ausfahrten Greifenberg und Wörthsee verengt.
Desweiteren werden die Anschlussstellen Greifenberg, Inning und Wörthsee 2015 für jeweils ca. 5 Nächte gesperrt:
  • Ausfahrt Greifenberg (ca. Mitte April 2015)
  • Ausfahrt Inning (ca. Ende April 2015)
  • Ausfahrt Wörthsee (ca. Anfang Mai 2015)
Von April bis Juli 2015 wird die Staatsstraße St. 2070 im Bereich zwischen Eching und der Amperbrücke in mehreren Bauphasen immer wieder nur einseitig befahrbar sein. Hierfür wird eine Baustellenampel eingerichtet.
Weitere kleinere Beeinträchtigungen sind zu erwarten.
Die die Fahrbahn in Richtung München der A96 wird 2016 über die bisherige Staatsstraße St. 2070 geleitet. Im Bereich der Kaagangerstraße wird eine Brücke für den Autobahnverkehr errichtet, die eine Spannweite von 30 m haben soll. Der Autobahnverkehr in Richtung Lindau wird zunächst in der nördlichen Tunnelröhre und später in der südlichen Röhre verlaufen.
Die Geschwindigkeit im Baustellenbereich (Behelfsumfahrung) wird auf 60 km/h beschränkt.
Im Rahmen der Straßenbauarbeiten werden Telefon-, Strom-und Lichtwellenleiter verlegt.
Die Arbeiten werden in der Baubetriebsform 4 (24-Stunden-Baubetrieb, inkl. Sonntage) durchgeführt, um die Bauzeit möglichst kurz zu halten.
Es soll eine Verkehrs-Webcam eingerichtet werden, über die der aktuelle Verkehrsfluss im Baustellenbereich beobachtet werden kann.

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Kosten


Das Gesamtprojekt wird ca. 40 Millionen kosten. Bei den bisherigen Arbeiten wurde der Kostenrahmen eingehalten.

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Diskussion


Anwohner der See-und Kaagangerstraße beschwerten sich, dass alle Bäume entlang der Autobahn gerodet wurden, obwohl ursprünglich nur die letzten Bäume vor der Amperbrücke gefällt werden sollten. Sie merkten an, dass nun der Autobahnlärm deutlich lauter zu hören wäre. Da nach den Bauarbeiten neugepflanzte Bäume viele Jahre bräuchten, bis sie wieder eine ausreichende Größe erreichen würden, forderten die Bürger einen alternativen Lärmschutz. Dieser könnte in Form von Holz-Lärmschutzwänden (wie z.B. bei Stegen) ausgeführt werden. Dr. Hocke bezweifelte, dass der Lärm der Autobahn nach dem Fällen der Bäume deutlich lauter sein könne. Außerdem sei der Lärm nach aktuellen Berechnungen noch im gesetzlichen Rahmen, sodass ein zusätzlicher Lärmschutz gebaut werden könne. Allerdings sollte die nächste Verkehrszählung (noch 2015) abgewartet werden. Auf deren Basis werden neue Lärmkarten berechnet, nach denen ggf. die Forderung nach weiteren Lärmschutzmaßnahmen gerechtfertigt wäre, da der tatsächliche Verkehr seit der letzten Zählung 2010 deutlich zugenommen habe.
Dr. Hocke gab zu bedenken, dass eine Lärmschutzwand mit ca. 1 m Höhe mindestens 300 pro Meter kosten würde. Als Alternative Lärmschutzmaßnahme wurde bereits unabhängig von der Nachrüstung im Tunnel die Verlegung eines DSHV-Belages nach Abschluss der Baumaßnahmen vereinbart, welcher eine Lärmreduzierung um 3-4 dB bringen soll. Ein spezieller offenporiger Belag zur Lärmreduzierung, der 7-8 dB Reduzierung ermöglichen würde, kann aus technischen Gründen und wegen höherer Kosten nach aktuellem Stand voraussichtlich nicht verlegt werden, so Bürgermeister Luge.

Dr. Hocke wies nochmals darauf hin, dass der Lärmschutz nicht Bestandteil der Nachrüstungsmaßnahme sei und unabhängig beantragt bzw. beauftragt werden müsse und somit auch nicht Teil des Planfeststellungsverfahrens war. Da die gesetzlichen Grenzen für die Lärmbelastung nach aktuellen Berechnungen eingehalten werden, kann eine Lärmschutzmaßnahme nicht finanziert werden (Gleichbehandlungsprinzip, da an anderer Stelle ebenfalls Lärmschutz benötigt wird, und dort werden die Grenzwerte nicht immer eingehalten). Auch das Integrieren von Lärmschutzelementen in die Fahrzeugrückhaltesysteme, wie von einem Bürger vorgeschlagen, sei nicht möglich, da hierfür aus eben genannten Gründen keine Finanzierung gewährt würde. Der Lärmschutz, der allein durch die Fahrzeugrückhaltesysteme erreicht wird, seien etwa vergleichbar mit dem Lärmschutz der bestehenden Systeme.

Außerdem beklagen sich Bürger über die Klack-Geräusche an der Amperbrücke. Mittlerweile gebe es neue Systeme, die deutlich leiser wären. Es sind ca. 30 Unternehmen beteiligt. Würde nur nachts gebaut werden, so würde sich die Bauzeit bis ca. 2019 ausdehnen.

Eine Anwohnerin fragte, ob es Möglichkeiten der Entschädigung für den zusätzlichen Lärm durch die Baustelle gäbe. Dr. Hocke erläuterte, dass keine Ansprüche bestehen. Alle möglichen Einwände hätten in der Planfeststellung eingebracht werden müssen, wobei die Lärmbelastung den gesetzlichen Vorgaben genügt und ein Einspruch wahrscheinlich keinen Erfolg gehabt hätte.

Eine weitere Sorge wurde von Hausbesitzern eingebracht, die Risse an ihren Häusern befürchten bzw. bereits bemerkten. Es wurde gefragt, ob alle Häuser begutachtet werden. Dr. Hocke erläuterte, dass einige Häuser bereits begutachtet wurden und dass Schäden, die durch die Baustelle an der Autobahn entstünden, durch den Bauträger beglichen werden müssten. An einigen Häusern wurden bereits Messungen durchgeführt. Es kann aber nicht an allen Häusern, insbesondere nicht an Häusern mit über 200 m Entfernung zur Baustelle gemessen werden, da hier ein Einfluss der Bauarbeiten für nicht wahrscheinlich gehalten wird. Außerdem sollen die weiteren Spundwandarbeiten weniger Auswirkungen haben, da hier meist vorgebohrt werden kann und die weiteren Wände nicht so tief ins Erdreich eingeschlagen werden müssen. Bürgermeister Luge und Ralf Müller, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Schondorf, erklärten, dass alle betroffenen Hausbesitzer im näheren Umkreis der Baustelle den Zustand ihrer Häuser ggf. selbst dokumentieren können und auch sollten (Fotos und bei Bedarf mit einem Gutachter), da die Autobahndirektion ihre Messungen in erster Linie im eigenen Interesse durchführe, um ggf. zu beweisen, dass Risse bereits vor den Baumaßnahmen bestanden haben.

Eine Bürgerin fragte ob der Schwerlastverkehr nun weiträumig umgeleitet werden könne. Dr. Hocke erklärte, dass ein wesentlicher Stau durch die Baustelle zu erwarten wäre eine weiträumige Umleitung daher nicht vorgesehen ist. Es würde deshalb kein zusätzlicher Stau erwartet, weil weiterhin zwei Fahrspuren in jede Richtung befahrbar seien. Lediglich kleinere Effekte durch das abbremsen im Baustellenbereich könnten zu leichteren Behinderungen führen. Da aber am Ende der Baustelle keine weiteren Behinderungen zu erwarten sind, sollten sich auch keine längeren Staus bilden.

Aufgrund der langen Diskussion über das Thema Lärmschutz haben bereits viele Bürger vor Ende der Diskussionsrunde die Sporthalle verlassen.

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